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Bevor der Modeschöpfer Charles Frederick Worth (*1825-†1895) sein Modehaus ("maison couture") in Paris gründete, hatten es nur wenige der Modeschaffenden geschafft, sich einen bleibenden Namen zu machen.
Worth schuf die Tradition, Modekollektionen durch Mannequins vorstellen zu lassen und erreichte damit, dass Kunden einen bestimmten Stil mit einem Modeschöpfer verknüpften.

Der ihm nachstrebende Paul Poiret blieb diesem Konzept treu und beeinflusste die alltägliche Mode durch seine Haute Couture.
Danach folgten noch viele Designer in der Tradition von Worth und Poiret: Patou, Vionnet, Fortuny, Jeanne Lanvin, Coco Chanel, Schiaparelli, Balenciaga und Christian Dior.

In den 1960er Jahren ging der Einfluss der Haute Couture zurück, was einerseits auf den Einfluss von Mode-Ikonen wie beispielsweise Marilyn Monroe, Audrey Hepburn und Jackie Kennedy oder Mannequins wie Twiggy sowie andererseits der immer stärker werdenden Emanzipationsbewegung zurückzuführen ist. Die Mode wurde nun immer weniger von der Haute Couture beeinflusst.

Daher begannen Modemarken nicht mehr nur Kleidungsstücke, sondern auch ein Image zu kreieren oder eine Moderichtung zu schaffen, welche gezielt einzelne Zielgruppen oder Subkulturen ansprechen sollte.
Das heutige Modedesign wird grob in zwei Kategorien unterteilt: Haute Couture und "Ready-to-wear".
Während die Haute-Couture-Kollektion weiterhin exklusiv für eine wohlhabende Schicht von Kunden maßgeschneidert wird, ist es nicht das Ziel der Ready-to-wear-Konfektionen, ein Modestatement abzugeben, sondern vor allem tragbare Kleidung zu bieten.

Um in die Reihe der "Haute-Couture"-Häuser einzuziehen, ist eine Mitgliedschaft in der Vereinigung für Haute Couture erforderlich. Diese in Paris angesiedelte Organisation gehört zwar zum französischen Handelsministerium, jedoch gehören ihr mittlerweile Designer unterschiedlichster Nationalität an.
Als "Haute-Couture-Haus" ist es verpflichtend, mindestens zweimal jährlich eine Modeschau mit mindestens 35 verschiedenen Modelle zu zeigen.

Aber auch in der Ready-to-wear-Sparte gibt es neben der handelsüblichen Konfektionsware besondere Designer-Kollektionen, die sich zumeist durch hohe Qualität und ungewöhnlichere Schnitte auszeichnen.
Diese Designerkollektionen haben durch ihre heutige Verbreitung selbstverständlich mehr Einfluss auf die Alltagsmode als die Haute Couture. Nicht selten werden daher auch Designerkollektionen als "pret-a-porter" auf den Modeausstellungen vorgestellt.


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